retirez en magasin sous 2h
magasin dès le lendemain
4 fois sans frais par carte bancaire
sous 30 jours
Dernières recherches
ebook
Le saviez vous ?
Lisez votre e-book sur ordinateur, tablette et mobile grâce aux applications :
Coups de cœur Cultura
Tous les passeurs de culture peuvent partager leurs découvertes !
Tu as aimé ce produit ? Partage dès maintenant ton coup de coeur :
Es gibt Häuser, die stehen einfach nur da.
Sie tragen Dächer, Türen, Fenster und Wände. Sie schützen vor Regen, vor Kälte, vor der Welt da draußen. Menschen ziehen ein, stellen Möbel auf, hängen Bilder an die Wände und nennen es irgendwann Zuhause.
Und dann gibt es Häuser, die warten.
Sie warten nicht sichtbar. Nicht laut. Nicht mit offenen Türen oder erhobenen Stimmen. Sie warten im Staub. In losen Dielen. In Fluren, die nachts länger wirken als am Tag. In Räumen, die sich erinnern, obwohl niemand ihnen je erlaubt hat, Erinnerung zu besitzen.
Dieses Haus hatte gewartet.
Auf Lena. Auf Elias. Auf ihre Kinder.
Auf den Augenblick, in dem jemand endlich das Tagebuch öffnet.
Was auf diesen Seiten steht, ist keine gewöhnliche Erinnerung. Es ist kein einfacher Rückblick auf eine Liebe, die einmal hell begann.
Es ist die Stimme eines Mannes, der zu erklären versucht, wie aus Kindheit Nähe wurde, aus Nähe Liebe, aus Liebe Angst und aus Angst etwas Dunkles, das sich nicht mehr vollständig von ihm trennen ließ.
Elias erzählt von Lena, bevor alles zerbrach.
Von einem Mädchen, das schon im Kindergarten mutiger war als er. Von Schulwegen, ersten Blicken, einem Kuss im Schatten eines alten Herrenhauses und von einem Leben, das zunächst wie ein Versprechen wirkte. Er erzählt von Aiden und Tom, von einer Familie, die wachsen durfte, von Räumen, die Lena mit Wärme füllte, und von einem Haus, das scheinbar nur darauf wartete, von ihr gerettet zu werden.
Doch manche Orte wollen nicht gerettet werden.
Manche Orte lernen die Menschen kennen, die in ihnen wohnen. Sie hören zu. Sie nehmen auf. Sie bewahren, was verschwiegen wird. Und manchmal geben sie das Verschwiegenene zurück, verändert, verzerrt, gefährlicher als zuvor.
Dieses Tagebuch ist kein stilles Zeugnis.
Es ist eine Tür.
Wer sie öffnet, liest nicht nur, was geschehen ist.
Er liest, was vielleicht längst begonnen hat, wieder zu geschehen.
Und Lena, die glaubte, nur die Vergangenheit ihres Mannes in den Händen zu halten, wird begreifen müssen, dass Elias mehr getan hat, als seine Schuld niederzuschreiben.
Er hat sie festgehalten.
Wort für Wort.
Unter den Dielen.
In diesem Haus. Und vielleicht auch in ihr.