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Wenn sich die Aufzugstüren öffnen
Ein Aufzug kündigt sich immer an, bevor sich seine Türen öffnen.
Manchmal durch den Geruch von altem Fett, nassen Mänteln oder Regen. Manchmal durch Schritte. Und manchmal durch einen Namen, den jemand seit Jahren mit sich trägt.
Im Manli-Kulturzentrum arbeitet Eunseo am Informationsschalter und beobachtet still die Menschen, die das Gebäude betreten und verlassen. Sie sagt, sie sei ein Meter siebzig groß, obwohl sie tatsächlich nur ein Meter achtundsechzig misst. Sie lebt in einem Souterrainzimmer mit der Nummer 202, bewahrt aber ein blaues Schild mit der Nummer 302 auf, weil sich diese Zahl irgendwie mehr nach Zuhause anfühlt.
Währenddessen verändert sich das Viertel Gureumjae. An den Häusern tauchen rote Abrissmarkierungen auf. Aufzüge bleiben zwischen den Stockwerken stehen. Menschen, die jahrelang am selben Ort gelebt haben, werden plötzlich aufgefordert umzuziehen, Fragen zu beantworten oder einfach zu gehen.
Zu ihnen gehören Jeonghan, Eunseos älterer Bruder, dessen Leben sich nach einem Unfall verändert hat; Dongju, ein Mitarbeiter eines Aufzugsunternehmens, der die Häuser anderer Menschen abreißt und dabei eine eigene Wunde mit sich trägt; und Kang Jaewon, ein gepflegter Büroangestellter, dessen makelloses Auftreten die Unruhe eines Menschen nicht verbergen kann, der zwischen dem Leben, das er aufgebaut hat, und den Menschen, die er zurückgelassen hat, feststeckt.
Während der Aufzug zwischen den Stockwerken auf und ab fährt, bewegen sich auch die Menschen darin: nach oben, nach unten, manchmal nirgendwohin.
Was mit dem vertrauten Klang eines Aufzugs beginnt, wird zu einer stillen Geschichte über Vertreibung, Erinnerung, Familie und die zerbrechlichen Verbindungen, die bleiben, wenn vertraute Orte verschwinden.
Denn manchmal ist, nachdem sich die Türen geschlossen haben, irgendwo im Gebäude noch ein anderer Klang zu hören.